Loredana fährt Hybrid

Das ist die amüsante Geschichte der kleinen Loredana, die stolz Hybrid fährt, sich aber wundert, warum das System irgendwie nicht so recht funktioniert. Freudig aufgeregt postet sie ihren ökologisch wertvollen Hybrid-Panzer auf Instagram um noch mehr Follower zu bekommen.

In diesem Beitrag möchte ich die Hybrid-Technik mal aus einem physikalischen Betrachtungswinkel amüsant unter die Lupe nehmen. Ich werde also das physikalische Modell der überaus beliebten Technik betrachten. Doch ist deren Ruf berechtigt oder unterliegen wir einem gewaltigem Irrtum?

Fröhlich munter schiebt die kleine Loredana ihren 16 Tonnen Hybridflitzer an die Tankstelle, denn das "System" ist leer, kein Strom drin und auch kein Benzin. Die freundliche Tanksäule hat drei Balken für sie im angebot, die Loredana prompt mitnimmt und in ihr Auto tankt.

Leider versteht die kleine Loredana nichts von Physik und kann daher mit Maßeinheiten wie KW, PS oder Joule nichts anfangen aber die drei Balken auf einem Display kann sie verstehen, also bleiben wir einfach bei der einheit "Balken"

Fein gemacht Loredana, sie hat drei Balken flüssigen Naßes in ihr Auto geladen und kann wieder fröhlich lustig drauf los telefonieren - äähh Moment, ich meinte fahren. Nun merkt aber Loredana das ihr Tank zwar voll aber ihr Fahrakku immer noch leer ist, was nun? Sie will ja umweltbewußt mit Strom fahren und eine Steckdose ist auch gerade nicht in der Nähe. Daher wirft sie den Benzinmotor an und läd damit den Fahrakku auf.

Doch nach 365 Tagen Ladezeit (ok ich übertreibe) vom Benzinmotor über den Generator zum Fahrakku, wundert sich Loredana nicht schlecht, denn der Fahrakku zeigt nur zwei Balken an. Komisch, woher kommt das? Ist etwas kaputt?

Nein kleine Loredana, das nennt man Umwandlungsverluste bzw. Wirkungsgrad. Ein Teil der Energie wird in Wärme oder andere Energieformen umgewandelt und geht leider "verloren". Man steckt "mehr" Energie in ein System hinein, erhält aber "weniger" Energie aus dem System. In diesem Fall hast du viele Tonnen schädliches CO2 und unnütze Motor-Abwärme produziert und bist noch keinen einzigen Meter mit deinem neuen Auto gefahren. Diesen Sachverhalt werde ich als böse rote Balken darstellen. Alles klar Loredana? Gut, weiter gehts.

Die kleine Loredana hat also drei Balken Benzin verbraucht, um zwei Balken Strom in ihren Fahrakku zu bekommen und dabei einen bösen roten Balken produziert. Ihr Benzin-Balken Tank ist also leer - das hast gut gemacht Loredana.

Jetzt heißt es aber nichts wie ab zum "LingLing" Kosmetikstudio, denn Loredanas 12cm Fingernägel müssen dringend gemacht werden. Das Hybrid-Monster hat jetzt zwei Balken auf dem Display, das sollte reichen denkt sie sich.

Nun stellt aber Loredana fest, das ihr Hybridkollos so extrem schwer ist, dass sie einen Balken zu lasten des Gewichts abziehen muss, denn der Hybrid muss einen exorbitant großen Akku (zusätzlich zur Autobatterie), deutlich mehr Bordelektronik, einen leistungstarken Elektrogenerator (zusätzlich zur Lichtmaschine) und einen großen E-Motor der viel schweres Kupfer enthält zusätzlich zum schweren Ottomotor mit sich herum schleppen. Dies verbraucht sehr viel zusätzliche Energie die vom deutlich erhöhten Fahrzeuggewicht verursacht wird.

Die kleine Loredana kommt daher nur noch bis zum nächsten Rossmann statt bis zum Kosmetikstudio "LingLing" und steigt frustriert aus. Sie hat einen Balken zum fahren erhalten und musste dafür zwei böse rote Balken produzieren.

Loredana ist sauer. An der Pinwand "von Kunde zu Kunde" setzt sie ihren Hybrid-Flugzeugträger zum Tausch gegen ein herkömmliches Fahrzeug ein. In der Zwischenzeit geht sie zu fuß zum "LingLing" Kosmetikstudio statt zur Volkshochschule, um ihre Fingernägel mit schädlichen Lösungsmitteln verhunzen zu lassen.

Loredanas 2. Versuch

Wenige Kosmetikstudio-Besuche später, steht ihr neues Fahrzeug vor der Tür, ein kleiner Twingo. Der Motor ist etwa gleich groß und das Fahrzeug ist deutlich leichter.

Loredana steigt in ihren neuen Twingo ein und fährt zur nächsten Aral-Balkenstelle, um frische neue Balken in den kleinen Flitzer zu tanken. Das gleiche Spiel beginnt von neuem.

Der kleine Twingo hat nun drei Balken getankt. Die kleine Loredana setzt sich ans Steuer, denn der Kosmetiktermin ist ja schon in 10 Minuten und braust wie der Wind los.

Wie auch vorhin, stellt Loredana fest, das sie einen bösen roten Balken produziert hat, dieser resultiert aus Umwandlungsverlusten von Benzin in Bewegung, so wie zuvor beschrieben. Jedoch stellt sie freudig fest, das sie nun bei ihrer Freundin im "LingLing" Studio sitzt und sich sorglos die Fingernägel aufhobeln lassen kann. Denn der Umwandlungs-Schritt von Benzin-Balken in Elektro-Balken ist komplett entfallen und sie gewinnt einen Balken zum fahren dazu (gegenüber dem Hybrid).

Die Moral?

Wer im Physikunterricht der 8. Klasse halbwegs aufgepasst hat, der wird wissen, das die Hybridtechnik nichts als augenwischerei ist, denn die Energie des Fahrakkus kommt aus dem Benzin.

Der beliebte Satz von der Erhaltung der Energie lässt sich auch nicht durch einen japanischen Hybrid-Klotz austricksen. Die gesetze der Physik sind unumstößlich.

Und wenn dem so ist, dann kann ich doch gleich auf diese ganze schwere Technik verzichten und deutlich Sprit sparend mit Benzin und einem leichten Auto fahren. Die herkömliche Verbrennungstechnik ist zwar tot, jedoch bringt die Hybridtechnik keinen Energiegewinn - ganz im Gegenteil

Zudem sollte man sich auch vor Augen halten, das die Produktion eines Hybridfahrzeugs deutlich mehr Energie und wertvolle Metalle verbraucht als die Produktion eines herkömmlichen Fahrzeugs mit Ottomotor.

Loredana weiß das jetzt und ich hoffe Du auch.

© Oliver Lohse